Biografie

„Vladimir Stoupel zieht den Hörer in einen geradezu rauschhaften Zustand hinein und setzt seine Pianisten-Persönlichkeit als Maß aller musikalischen Dinge.“ (Der Tagesspiegel, Berlin

Vladimir Stoupel ist ein Pianist von außergewöhnlicher Ausdruckskraft und technischer Meisterschaft. Die
Washington Post lobte sein Spiel als „proteisch in seiner Vielfalt“, während der Tagesspiegel Berlin seine Darbietungen als „mitreißend und atmosphärisch dicht“ beschrieb. Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung adelte eine seiner Aufführungen mit dem höchsten Kritikerlob: „Unvergesslich!“ Bereits 1986 machte er international auf sich aufmerksam, als er den renommierten Internationalen Musikwettbewerb in Genf gewann.

Als Solist trat Stoupel mit führenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Konzerthausorchester Berlin und vielen weiteren renommierten Ensembles auf. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Christian Thielemann, Michail Jurowski, Leopold Hager, Lothar Koenigs und Marek Janowski zusammen. Seine Konzerttätigkeit führte ihn auf bedeutende Bühnen weltweit, darunter die Berliner Philharmonie, Konzerthaus Berlin, Kölner Philharmonie, Laeiszhalle Hamburg,die Avery Fisher Hall in New York und die National Gallery of Art in Washington, D.C. Zudem ist er regelmäßiger Gast bei angesehenen Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Printemps des Arts in Monte Carlo, Bargemusic New York und dem Helsinki Festival.

Stoupels Interesse an der Aufbrechung der mitunter starren Strukturen des Konzertbetriebs und – neben der Pflege der Klassiker – an der Beschäftigung mit zu Unrecht vergessenen „Rändern des Repertoires“ spiegelt sich auch in seinen CD-Aufnahmen und vielfältigen Kammermusik-aktivitäten wider. So veröffentlichte er 2007 eine CD auf dem EDA-Label mit dem Titel The Life of the Machines, die Klavierwerke des zwanzigsten Jahrhunderts von George Antheil, Conlon Nancarrow, Alexander Mossolov und anderen enthält. Im September 2010 veröffentlichte er zusammen mit Judith Ingolfsson (Violine) und Leonid Gorokhov (Cello) eine CD En hommage Simon Laks und eine Doppel-CD mit Kammerwerken von Glinka, Borodin und Schostakowitsch, mit dem Breuninger Quartett. Seine umfangreiche Diskographie umfasst Arnold Schönbergs vollständige Klavierwerke (auris subtilis, 2001), die vollständigen Sonaten von Alexander Skrjabin (Audite, 2008) – eine hochgelobte Aufnahme, für die er unter anderem den Luxemburgischen Excellentia-Preis erhielt – und eine Aufnahme der vollständigen Werke für Viola und Klavier von Henri Vieuxtemps, zusammen mit dem Bratschisten Thomas Selditz, die mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2002 ausgezeichnet wurde. Seine Aufnahmen der beiden Fauré-Sonaten, zusammen mit Judith Ingolfsson (Violine), wurden für die renommierten International Classical Music Awards 2017 nominiert. 2017 veröffentlichte er zusammen mit Judith Ingolfsson (Violine) die CD Blues, Blanc, Rouge auf dem Label Accentus Music, die die Sonaten von Ravel, Ferroud und Poulenc umfasst. Diese CD wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2018 und die International Classical Music Awards 2019 nominiert. Seine Doppel-CD mit den Sonaten von Rathaus und Schostakowitsch, die bei Cavi in 2020 veröffentlicht wurde, erhielt den Supersonic-Award in Luxemburg und wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2021 und die International Classical Music Awards 2020 nominiert. Seine neueste CD bei Oehmsclassics mit Werken von Rebecca Clarke, zusammen mit Judith Ingolfsson (Violine/Viola), wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2024 nominiert.

Auch als Dirigent hat sich Vladimir Stoupel einen Namen gemacht. Er leitete unter anderem das Philharmonische Staatsorchester Mainz, die Berliner Symphoniker, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt und die Kammerphilharmonie Potsdam. Seine Aufnahme der Oper von Mieczysław Weinberg „Wir gratulieren!“, die 2020 bei Oehmsclassics veröffentlicht wurde, wurde Finalist bei den renommierten International Classical Music Awards

Gemeinsam mit der Geigerin Judith Ingolfsson ist er Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Festivals Aigues-Vives en Musiques in Frankreich sowie des Festivals The Last Rose of Summer in Berlin.

Französischer Staatsbürger seit 1985, lebt Vladimir Stoupel heute in Berlin und Baltimore, wo er am renommierten Peabody Institute of the Johns Hopkins University unterrichtet. Für seine außergewöhnlichen Verdienste um das französische Kulturerbe wurde er mit dem französischen Orden Chevalier des Arts et des Lettres geehrt. Er ist Ehrenmitglied der internationalen Hegel-Gesellschaft und Ehrendoktor der Technischen Universität der Republik Georgien.