2006
In Dortmund wird Henze vier Tage lang gefeiert
Westfälische Allgemeine Zeitung
04. Dezember 2006
Henzes "Tristan" ist ein riesiges Klavierkonzert mit Tonbändern und imposantem Orchester. Mit Brahms- und Chopin-Grüßen. Ein Seismograph am Flügel: der famose Vladimir Stoupel.
Klangdrama auf der Konzertbühne
Westfälische Rundschau
04. Dezember 2006
Die glänzend disponierten Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane und der beeindruckende Pianist Vladimir Stoupel spielten mit sensibler Klangentwicklung "Tristan": Preludes für Klavier, Tonbänder und Orchester aus dem Jahr 1973. Es ist ein nachdenkliches, tiefgreifendes, für seine Entstehungszeit auch experimentelles Stück: lebhafte Dialoge, die mit einem zarten Monolog des Klaviers beginnen und sich zu dramatischer Kraft steigern.
Klangerlebnis der Extraklasse
Hanauer Anzeiger
29. November 2006
Vladimir Stoupel überzeugte mit der überraschenden und emotional geladenen Interpretation. In absoluter Konzentration und voller Inbrunst fühlte er sich in die Tonfolgen regelrecht hinein und verkörperte das Klavierspiel in allen Facetten. Mit "Variations sérieuses" von Mendelssohn Bartholdy brachte er zum Auftakt ein virtuoses Meisterwerk in Perfektion zu Gehör, bei dem er seine gestalterischen Möglichkeiten voll einsetzte. Bei dem komplizierten Frühwerk von Karol Rathaus, die Sonate Nr. 3 aus dem Jahre 1927 überraschte der Pianist mit a-melodischen Passagen, unerwarteten Tempowechseln und kurzatmigen Spannungsbögen.... Nach der Pause folgten Ballade Nr. 1, Nocturne c-Moll und zwei Polonaisen von Chopin. Vladimir Stoupels kultivierter, sanfter Anschlag im Kontrast zu rasender Spannung in schnellen Läufen und Doppelgriffen, die explosive Kraft seiner Akkorde sowie die zarten wunderschönen langsamen Elemente addierten sich zu einem Klangerlebnis der Extraklasse und veranlassten das Publikum zu einem lang anhaltenden Applaus.
Berliner Zeitung
21. September 2006
...das Modern Art Ensemble unter der Leitung von Vladimir Stoupel spielt diese unbedingt hörenswerte Musik einfühlsam, detailgenau und angenehm unhysterisch. Ein sehr verdienstvoller Beitrag zum Schostakowitsch-Jahr.
(über den Zyklus "Aus Jüdischer Volkspoesie" von D. Schostakowitsch und die Oper "Rotschilds Geige" von B. Fleischmann im Konzerthaus Berlin).
Neues Deutschland
07. September 2006
...Die Musik beider Stücke machte starken Eindruck, besoders im Instrumentalen. Die Bearbeitungen des Liederzyklus und der Oper für Kammerorchester taten den Originalen wohl kaum Abbruch. Plastisch und opulent vom "modern art ensemble" unter Vladimir Stoupel gespielt wurde sie zum Gewinn des Abends.
(über den Zyklus "Aus Jüdischer Volkspoesie" von D. Schostakowitsch und die Oper "Rotschilds Geige" von B. Fleischmann im Konzerthaus Berlin).
Saratower Zeitung, Saratow / Russland
03. Juni 2006
... Die Alfred-Schnittke-Philharmonie spielte im Mai drei Programme. Ein großer Qualitätssprung passierte natürlich am 14 Mai, als M. Rostropovitch am Pult des Orchesters stand. An dieses Konzert werden wir uns noch sehr lange erinnern. Es war allerdings zu befürchten, dass das Orchester eine vergleichbare Leistung nicht mehr so schnell bringen wird. Aber zehn Tage später stand Vladimir Stoupel am Pult des Orchesters. Und schon wieder klang das Orchester jung, mit sehr viel Verve, enorm engagiert und interessiert. Weil dieser Dirigent dem Orchester etwas völlig Neues, davor noch nie Gesehenes brachte. Stoupel, der gleichwohl als Dirigent und Pianist auftrat, zeigte höchste Professionalität in beiden Rollen. Über seine Annäherungsweise an das Mozart Klavierkonzert c-Moll lässt sich vielleicht streiten, aber sein Dirigat der "Italienischen" Mendelssohn-Sinfonie war unglaublich schlüssig.
Westfälische Allgemeine Zeitung
04. März 2006
..."Annährung und Stille" von Peter Ruzicka (für Klavier und 42 Streicher) ist ein ungemein zartes und lyrisches Werk. Solistische Klavierostinati, zerbrechliche wie in Traum klingende Melodien und flirrende Streicher schaffen in dem viersätzigen Stück eine sehnsuchtsvolle Stimmung. Vladimir Stoupel und den Streichern unter der Leitung von Steven Sloane gelang es, eine feine Spannung zwischen Stille, Tutti und Soli herzustellen.
Il Roma (Italien)
19. Februar 2006 (Deutsch von Tanja Felder)
Mit diesem Programm von überwältigender emotionaler Intensität gelang es dem Trio mit Judith Ingolfsson (Geige), Leonid Gorokhov (Cello) und Vladimir Stoupel (Klavier), das Publikum des "Cafaro"-Theaters in Latina zu erobern. Der volle, meisterhaft zwischen den Instrumenten ausbalancierte, Klang, die energiegeladene Stimmung, welche die dramatische Kraft der Stücke zu unterstreichen vermochte, die musikalische Inbrunst, die die drei zeigten, ließen das Publikum die beschwerliche Sprache und Monumentalität dieser beiden Werke vergessen.
Vladimir Stoupel ist ein Pianist, der besonders behutsam mit der Qualität des Klanges umgeht. Mit äußerster Natürlichkeit gelang es ihm, dem "piano" eine gehauchte, gleichwohl immer genau definierte, Klangfülle und dem "forte", ohne jemals aufdringlich zu wirken, extrem intensive und an der robusten russischen Form reiche Klänge zu entlocken. Auch die Streicher waren brillant (die Vorstellung von Judith Ingolfsson gab absolut keinen Anlass, die Abwesenheit von Mark Peskanov, für den sie eingesprungen war, zu bedauern), deren expressive Kraft in den letzten dreizehn Takten des "Lugubre" (unheilvoll) von Tschaikowskys Trio gipfelte, wo es ihnen unter der Angabe "Piangendo" (klagend) meisterhaft gelang, dem verzweifelten Flehen zu Beginn des Hauptthemas Ausdruck zu verleihen.
Nordkurier
30. Januar 2006
... Man zeigte mit dem Mozart-Quartett für Klavier, Viola, Violoncello und erstmals für Flöte statt Violine (!) einen überaus modernen Künstler, eine Außenseiterseele. Und da Ernst von Dohnanyi (Vater des Dirigenten Christoph von Dohnanyi) über das gleiche Kinderlied wie Amadé Variationen geschrieben hat, wurde die dunkel klagende wie wirbelnd vitale, oft an Mahlers Weh-Ton erinnernde Interpretation des 1922 komponierten Werkes durch den smarten Tasten-Teufel Vladimir Stoupel zum Fest.